Wandschimmel Teil 1


Unsere Luft enthält immer Wasser in Form von Wasserdampf. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen. So passiert es, dass im Winter (oder in der Übergangszeit) unsere warme Raumluft (sehr wasserdampfhältig) ständig auf die kalte Fensterscheibe oder Außenwand trifft. Die Innenluft kühlt sich ab und kann natürlich – aus oben genannten physikalischen Gesetz – nicht mehr so viel Wasser transportieren.

Die kälter werdende Luft muss den freiwerdenden Wasserdampf irgendwo abgeben. Dieser kondensiert nun zu “sichtbarem Wasser” an einer kalten Außenwand oder am Fenster. So entwickeln sich in Ihrer Wohnung feuchte Kacheln, Tapeten, Putzwände oder tropfenförmige Niederschläge auf der Ölfarbe. Anders ausgedrückt, es entsteht der ideale Nährboden für Schimmel.

Durch diesen Effekt werden auch die Poren einer Wand mit Wasser vollgesogen. Das bewirkt zusätzlich, daß die Wärme 25 bis 30 mal schneller durch eine feuchte als durch eine trockene Wand (= Wärmedämmung, mit luftgefüllten Poren) nach außen dringt. Damit schließt sich der Kreislauf, denn die Wand bleibt dadurch kühl, das Wasser kann zuwenig in den Raum verdunsten und der Schimmel hat ein permanentes, feuchtes Milieu um zu gedeihen.

Hier die dazugehörigen messtechnischen Daten:

1 m³ Luft bei 0° C enthält eine Höchstmenge von nur 4,4 g (= 4,4 cm³) Wasserdampf. Bei 20° C steigert sich der Wasseranteil bereits auf 17 g, bei 30° C schon auf 30 g pro m³!
Höchstmenge heißt: Wenn diese Wassermenge in der Luft enthalten ist, dann nimmt sie weiter keine Feuchtigkeit in Form von “unsichtbaren” Wasserdampfes mehr auf; sie ist “satt”. Deswegen spricht man auch von “gesättigter” Luft.

Die Meteorologie verwendet dazu den Ausdruck “relative Luftfeuchtigkeit”: 100 % relative Luftfeuchtigkeit bedeutet: In einem m³ Luft von “xy” Grad ist die jeweilige “Höchstmenge an Wasserdampf” enthalten.
50% relative Luftfeuchtigkeit bedeutet: In einem m³ Luft von “xy” Grad ist erst die Hälfte der möglichen Höchstmenge enthalten. Es passt also noch mehr hinein (in diesem Falle noch mal soviel).